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Wann gelangte die erste Briefmarke der Welt in Umlauf?

One Penny Black
One Penny Black
Erste Briefmarke (1840)

Briefmarken sind der sichtbare Beleg für die bezahlte Briefgebühr. Am 1. Mai 1840 wurden in London die ersten Briefmarken der Welt verkauft. Ab dem 6. Mai 1840 erlangte sie offiziell Gültigkeit, dass heißt eigentlich konnte man die ersten Briefe erst ab dem 6. Mai verschicken. Freilich gab es wie zu erwarten einige, die besonders eifrig waren. Es sind daher heute Briefmarken bekannt, die schon am 2. Mai 1840 abgestempelt wurde. Es handelte sich um die "One Penny Black" und um die "Two Pence Blue", die somit als die ersten Briefmarken der Welt gelten.

Wer hat die Briefmarken erfunden?

Der Engländer Rowland Hill gilt heute als "Erfinder" des heutigen Briefmarkenwesens. Und zwar, weil er die Briefmarke zu ihrer heutigen, ganz praktischen Bedeutung verholfen hat. Rowland Hill hat weder als erster die Idee für das "Prinzip" der Briefmarke gehabt, noch hat er die ersten Briefmarken entworfen. Er hat nur dafür gesorgt, dass die Idee der uns heute bekannten Briefmarke tatsächlich Verbreitung fand.

Sir Rowland Hill
Sir Rowland Hill

Bis zum Jahre 1840 war es üblich, dass der Empfänger eines Briefes das Porto zu entrichten hatte. Der jeweilige Postbote berechnete die Postversand-Gebühr mehr oder weniger individuell, ja nach Entfernung und Aufwand. In aller Regel war das Versenden der Brief daher recht teuer. Allerdings hatte man als Briefempfänger natürlich die Möglichkeit, die Sendung abzulehnen. Im Laufe der Zeit entwickelten die Schreiber und Empfänger immer ausgeklügeltere Systeme, um einfach nur bei der äußerlichen Betrachtung des Briefes geheime Botschaften auszutauschen (zum Beispiel durch kleine Kreuze oder Aufkleber auf den Briefumschlägen). Der anschließend zurückgewiesene Brief hatte so seinen Zweck erfüllt, allerdings ohne das der Postbote dafür entlohnt wurde.

Im Jahre 1837 ersonn der Engländer Rowland Hill daher ein neuartiges System, dass er sogleich als Denkschrift an die britische Regierung schickte. Er mahnte darin eine grundlegende Reform des Postwesens an. Die Kernidee bestand darin, ein einheitliches Porto einzuführen, dass vom Absender - vor der Briefbeförderung - zu entrichten war. Als Bestätigung für die gezahlte Gebühr schlug Hill Postwertzeichen bzw. Freimarken vor. Desweiteren regte Hill an, dass Porto unabhängig von der Entfernung zu erheben - freilich dachte er dabei nur an das Gebiet des britischen Imperiums. Seine Argumantation war: "Lieber viele Briefe mit geringer Gebühr, als wenig Briefe mit hoher Gebühr." Bis dahin war der Briefverkehr nur wohlhabenden Leuten möglich, Hill wollte die Briefpost für die Massen zugänglich machen.

Das "Penny Porto Gesetz"

Die Vorschläge von Rowland Hill wurden zunächst nur höhnisch belächelt oder gar verhöhnt. Viele Abgeordnete des Unterhauses, die über die Postreform zu entscheiden hätten, hielten das Vorhaben für undurchführbar. Allerdings: nach mehr als zweijährigen Verhandlungen und Debatten konnte sich letztlich das Konzept doch durchsetzen. Im Sommer des Jahres 1839 wurde das berühmte "Penny Porto Gesetz" verabschiedet. Es trat am 10. Januar 1840 in Kraft. Die Umstellung des Briefversand-Systems, also im Grunde die gesamte "Postreform" ging dann aus heutiger Sicher erstaunlich zügig. Bereits vier Monate später, am 1. Mai 1840, wurden die ersten Marken verkauft.

Das war die Geburtstunde der uns heute bekannten Briefmarken, die sogleich ihren Siegeszug um die ganze Welt feierte, der bis heute - allen elektronischen Tendenzen zum Trotz - andauert.

Siehe auch:

One Penny Black
One Penny Black - Erste Briefmarke